Die Frage kommt bei jedem Digitalprojekt auf und erhält meist zwei gleichermaßen falsche Antworten: «Man darf ja gar nichts mehr» oder «Es prüft ohnehin niemand». Die Wirklichkeit ist einfacher. Die DSGVO verbietet keine digitalen Werkzeuge im Unterricht: Sie verlangt, nur das Notwendige zu erheben, den Zweck zu kennen und ihn erklären zu können. Dieser Artikel ist eine Entscheidungshilfe, keine Rechtsberatung.
Das ist der am wenigsten verstandene Punkt — und alles Weitere hängt davon ab.
Praktische Folge: Wer allein ein Werkzeug einführt, verpflichtet seine Einrichtung, ohne dass diese davon weiß. Das ist kein moralisches Versagen, sondern ein verbreiteter blinder Fleck — und genau das verhindert das folgende Vorgehen.
Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage. Im Bildungsbereich ist die häufigste nicht die, die man vermutet.
Für alles außerhalb des Unterrichtsrahmens bleibt die Einwilligung einschlägig: ein Foto veröffentlichen, Arbeiten außerhalb der Klasse zeigen, einen freiwilligen Dienst nutzen.
Der Grundsatz der Datenminimierung lässt sich mit einer einzigen Frage prüfen: Funktioniert die Aktivität auch ohne dieses Datum? Wenn ja, erheben Sie es nicht.
Der nützliche Reflex ist der umgekehrte: Fragen Sie nicht «Darf ich das erheben?», sondern «Worauf kann ich verzichten?». Eine Aktivität, die mit einem spontan eingegebenen Vornamen auskommt, ist weit leichter zu begründen als ein ausgefülltes Lernendenkonto.
Die Speicherdauer ist die am häufigsten vergessene Pflicht. Daten sollen nicht unbegrenzt bleiben, weil sie «vielleicht mal nützlich» sind.
Prüfen Sie, ob das Werkzeug wirklich löscht und nicht nur ausblendet. Eine «Archivierung», die alles unbegrenzt behält, erfüllt die Pflicht nicht.
Betroffene haben Rechte, die Sie erfüllen können müssen: Auskunft, Berichtigung, Löschung. Eine Familie, die schreibt, muss binnen eines Monats eine Antwort erhalten.
Diese Liste passt auf eine Seite und lässt sich jedem Anbieter stellen. Eine ausweichende Antwort ist selbst schon eine Antwort.
Halten Sie die Antworten schriftlich fest: Sie bilden den größten Teil der Unterlagen, die Ihre Datenschutzbeauftragte Person verlangen wird.
Dieser Artikel beschreibt allgemeine Grundsätze und stellt keine Rechtsberatung dar. Wenden Sie sich für den Einzelfall an die Datenschutzbeauftragte Person Ihrer Organisation.
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